Mutter mit Kind, gesehen in Freiberg/N.        

       
 
       

 

 

 

 

Durchfall und Erbrechen 

Säuglinge bis 6.Monat - Säuglinge 6-12.Monat - Kleinkinder/Schulkinder

Durch die Darminfektion ist die Schleimhaut in ihrer Verdauungsleistung geschwächt.

Sie kann daher jetzt keine normale Nahrung und Flüssigkeit in normalen Portionen aufnehmen; weiteres Erbrechen und noch mehr Durchfall wären die Folge.

Dazu kommt, dass die Darmschleimhaut statt wie sonst Wasser und Salze aufzunehmen, Flüssigkeit in den Darm absondert.

 

Um diese Verluste wieder auszugleichen, muß man Flüssigkeit und Salze wieder zuführen, in kleinen für den geschädigten Darm verträglichen Portionen.  Mögliche Vorgehensweisen sind im weiteren geschildert:

 

Kleinkinder:

Eine mögliche Teemischung wäre:

1 Liter Tee (Kamille, Fenchel, Pfefferminz), vermischt mit wenig Orangensaft,

einer Prise Salz (soviel, dass es nicht zu salzig schmeckt),

7 Teelöffel Zucker (Zucker muss dabei sein, damit die Schleimhautzellen Flüssigkeit und Salze aufnehmen können).

 

Diese Teemischung sollte – auch und gerade wenn das Kind anfangs noch erbricht – schluckweise beigebracht werden. Alternativ sind natürlich auch käufliche Präparate mit Glukose-Elektrolyt-Mischungen (GES, Elotrans Oralpädon etc) möglich.

 

Nach Aufhören des Erbrechens wird dazu leicht verdaubare Nahrung (z.B. geriebener Apfel, zerdrückte Banane, Zwieback, trockenes Weißbrot) gegeben.

 

Nichtgestillte Säuglinge:

Sie erhalten Tee, dann Flaschennahrung in halber Konzentration und in häufigen kleinen Portionen.

Die so genannte Heilnahrung ist meist entbehrlich.

 

Gestillte Säuglinge:

Es kann in kleinen Portionen und kürzeren Abständen weitergestillt werden. Außerdem sollte zusätzlich Tee gegeben werden.

 

Anweisungen zur Verlaufsbeobachtung und bei Komplikationen

  •  Je jünger das Kind, umso eher sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

  •  Das Erbrechen sollte nach einem Tag aufhören, der Durchfall nach 3-5 Tagen

  •  Falls das Erbrechen nach einem Tag nicht nachlässt, das Kind schläfrig und sehr matt wirkt, der Stuhl sich  auffällig verschlechtert – immer dünner wird und evtl. Blut oder Schleim dabei ist, stellen Sie bitte Ihr Kind dem Kinderarzt vor.

  •  Auch wenn – bei ansonsten wenig gestörtem Befinden Ihres Kindes – sich nach 7 Tagen noch Durchfall zeigt, kommen Sie bitte mit Ihrem Kind in die Praxis, bringen Sie evtl eine Stuhlprobe mit.

 

 

Durchfallserkrankungen bei Säuglingen bis zum 6.Lebensmonat

 

Wenn Sie Ihr Kind stillen, unterbrechen Sie bitte nicht, sondern stillen weiter. In den Stillpausen geben Sie die vom Arzt verordnete Glucose-Elektrolyt-Mischung zu trinken.

 

Bei einem Baby, das mit der Flasche ernährt wird, muß diese verdünnt werden:

  • Am ersten Tag geben Sie nur die Elektrolytlösung pur

  •  Am zweiten Tag normale Milchnahrung 100ml, verdünnt mit 200ml abgekochtem Wasser oder Elektrolytlösung (1:2)

  •  Am dritten Tag 100ml Milch und 100ml Wasser/Elektrolytlösung verdünnt.(1:1)

  • Bei Besserung können Sie dann wieder normale Nahrung geben.

 

Durchfallserkrankungen bei Säuglingen zwischen 7 bis 12 Monaten

 

·         Am ersten Tag geben Sie nur Tee zu trinken, oder die vom Arzt verordnete Elektrolytlösung.

·         Am kommenden Tag verdünnen Sie die normale Milchnahrung 1:1 mit Tee/Wasser oder der Lösung.

·         Nach 2-3 Tagen wird wieder Beikost gegeben:

  • Möhren fein pürieren und Reisflocken oder Reisschleim unterrühren; sehr gut geeignet und auf den Kostaufbau abgestimmt sind „Frühkarotten“ (Babygläschen) oder „Karottenreisschleim instant“.

  •  Oder eine Banane sehr fein pürieren; im zweiten Lebenshalbjahr auch mit Zwieback vermischt

  • Keinen Zucker zur Beikost dazugeben!

  • Nach spätestens sechs Tagen sollte das Kind wieder seine normalen Mahlzeiten wie vor dem Durchfall bekommen.

 

Nahrungsaufbau nach akuter Gastroenteritis bei Kleinkindern und Schulkindern

  • Die Kinder sollten viel trinken, am besten Tee oder Wasser, aber auch so genannte Rehydratationslösungen, die Traubenzucker und Salze in richtiger Menge enthalten.

  •  Wichtig ist am Anfang eine Nahrungskarenz, es kommt auf das Trinken an, nicht das Essen.

  • Die Kinder erhalten an den ersten zwei Tagen nur leichte Kost wie Laugenbrötchen oder –brezel, dazu Zwieback oder trockenes Weißbrot.

  • Bitte geben Sie keine Milchprodukte, keine Süßigkeiten, keine Saucen oder Fleisch.

  • Auf Hausmittel wie Zartbitterschokolade oder Cola sollte man verzichten – Cola darf allenfalls nur ohne Kohlensäure schluckweise gegeben werden.

  • Nach der Karenz und einer Besserung der Beschwerden kann die Kost wieder aufgebaut werden, bewährt haben sich:

  • Karottensuppe, Karottenbrei

  • Reisschleim

  • Kartoffelbrei ohne Fettzugabe (ohne Milch)

  • Geriebener Apfel

  • Zerdrückte Banane

  • Zwieback, Toast

  • Knäckebrot ohne Belag

  • Salzstangen

  • Magere Fleischbrühe mit Nudeln, Reis oder Grieß

Je nach Verträglichkeit wird die normale Ernährung nach der Diätphase stufenweise wieder aufgebaut.

Dabei darauf achten, dass man den geschwächten Darm nicht frühzeitig wieder mit Fett, schwerer Kost oder Süßigkeiten (auch Säfte oder Limonaden) belastet.

In manchen Fällen kann auch eine Aufbaukur mit so genannten Stammhalterbakterien als Medikament (z.B. Lacteol, Perenterol) notwendig sein.

Sonstige Medikamente, die künstlich das Erbrechen oder den Durchfall unterbrechen, sollten vermieden werden, sie verschleppen oft nur das Krankheitsbild. Eingesetzt werden sie nur auf Anordnung des Arztes.

Gute Gesundheit!  

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Last updated 05 Okt 02

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